Beides wird mit der Abkürzung ALA bezeichnet. Was ist Was?

Was ist der Unterschied von Alpha-Liponsäure zu Alpha-Linolensäure?

die beiden Namen klingen fast gleich, chemisch und biologisch sind es aber zwei völlig unterschiedliche Stoffe. Verwirrend ist zusätzlich, dass beide gelegentlich mit ALA abgekürzt werden.

 Alpha-LiponsäureAlpha-Linolensäure
Stoffklasse schwefelhaltige Verbindung mehrfach ungesättigte Fettsäure
Hauptfunktion Cofaktor im Energiestoffwechsel, Redoxsystem essentielle Omega-3-Fettsäure
Körper kann sie bilden? ja, in kleinen Mengen nein
Muss über Nahrung kommen? nicht zwingend ja
Typische Quellen geringe Mengen in Innereien, Fleisch, Gemüse Leinöl, Leinsamen, Chia, Walnüsse, Rapsöl
Besonderheit wirkt im antioxidativen Netzwerk Ausgangsstoff für EPA und DHA

 

Alpha-Liponsäure


Die Alpha-Liponsäure ist keine klassische Fettsäure, obwohl ihr Name auf „-säure“ endet. Sie ist eine schwefelhaltige Verbindung, die vor allem in den Mitochondrien arbeitet.

Dort ist sie Cofaktor wichtiger Enzymkomplexe des Energiestoffwechsels. Vereinfacht gesagt hilft sie dabei, Nährstoffe in verwertbare Energie umzuwandeln.

Interessant ist außerdem ihre Rolle im Redoxstoffwechsel. Alpha-Liponsäure beziehungsweise ihre reduzierte Form Dihydroliponsäure kann mit anderen antioxidativen Systemen wie Glutathion, Vitamin C und Vitamin E interagieren.

Sie passt also sehr gut zu unserem früheren Thema über Antioxidantien – wobei man auch hier nicht einfach sagen sollte: „mehr davon = besser“

 

Alpha-Linolensäure


Die Alpha-Linolensäure dagegen ist eine echte Fettsäure:

18:3 Omega-3

Das bedeutet:

    • 18 Kohlenstoffatome
    • drei Doppelbindungen
    • die erste Doppelbindung liegt vom Omega-Ende aus an Position 3

       

      Sie ist essenziell. Unser Körper kann sie nicht selbst herstellen und muss sie deshalb über die Nahrung aufnehmen.

      Besonders reich daran sind:
      • Leinöl
      • Leinsamen
      • Chiasamen
      • Walnüsse
      • Rapsöl


        Aus Alpha-Linolensäure kann der Körper in begrenztem Umfang die längerkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA und anschließend DHA herstellen. Diese Umwandlung ist allerdings relativ ineffizient, insbesondere bis zu DHA.

        Eine einfache Eselsbrücke


        Liponsäure → eher Mitochondrien und Redoxstoffwechsel

        Linolensäure → Omega-3-Fettsäure aus Pflanzen

        Oder noch kürzer:

        Alpha-Liponsäure hilft beim Energiestoffwechsel. Alpha-Linolensäure ist ein essenzieller Baustein der Fettstoffwechselwelt.

        Und tatsächlich ist die gleiche Abkürzung ALA ziemlich unglücklich. Wenn auf einem Präparat oder in einem Artikel nur „ALA“ steht, lohnt sich deshalb immer der Blick darauf, welche der beiden Substanzen tatsächlich gemeint ist.

         

        Ja. Alpha-Liponsäure kommt auch in Gemüse vor, allerdings nur in sehr kleinen Mengen und meist gebunden an Eiweiße.


        Zu den pflanzlichen Quellen zählen vor allem:

    • Spinat
    • Brokkoli
    • Rosenkohl
    • Tomaten
    • Erbsen
    • Kartoffeln

Relativ gesehen werden Spinat und Brokkoli häufig als die interessanteren pflanzlichen Quellen genannt.

Wichtig ist aber die Größenordnung: Über normale Lebensmittel nimmt man nur sehr geringe Mengen Alpha-Liponsäure auf. Der Körper stellt sie außerdem selbst her, weil sie als Cofaktor bestimmter mitochondrialer Enzyme benötigt wird. Nahrungsergänzungsmittel enthalten dagegen typischerweise Mengen im Bereich von hunderten Milligramm – das ist mit Gemüse nicht annähernd erreichbar.

Man könnte daher sagen:
Bei Alpha-Liponsäure ist Gemüse eher eine natürliche Begleitquelle; unsere eigentliche Grundversorgung hängt nicht davon ab, große Mengen davon über die Nahrung aufzunehmen.

Und ein interessanter Unterschied zu Vitaminen:
Alpha-Liponsäure gilt nicht als essenzieller Nährstoff, weil unser Körper sie selbst synthetisieren kann.